Disk space monitoring mit WhatsUp Gold v15.0

Beim Stichwort disk space monitoring stellt sich für manch Administrator mal wieder die Frage des Aufwand/Nutzen Verhältnisses. Systeme wie z.B. Nagios sind zwar ein unglaublich mächtiges Werkzeug aber selbiges muss erst mal in aufwändiger Kleinarbeit konfiguriert und angepasst werden. Und einmal eingerichtet lässt es sich nicht so ohne weiteres auf andere Infrastrukturen portieren. Wer also eine einigermaßen unkomplizierte Lösung sucht, der wird mit Ipswitchs‘ „WhatsUp Gold“ fündig.

Im Folgenden wird in knappen Zügen beschrieben wie man die Überwachung von (Server)Laufwerken in WhatsUp konfiguriert.

Als erstes erstellen Sie einen „Active Monitor“ um ihn später auf verschiedene Systeme anwenden zu können. Dazu wechseln Sie in die unter dem Menüpunkt „Configure“ auf „Active Monitor Library“ und wählt „New“.

Viele Überwachungssysteme setzen auf SNMP. WhatsUp unterstützt auch SNMP allerdings ist dies sehr aufwendig, da es auf jedem Server erst mal eingerichtet werden muss. Aus diesem Grund bietet es sich an bei WhatsUp die WMI Schnittstellenunterstützung der Server zu nutzten, die bei Microsoft Systemen standardmäßig schon vorhanden ist. Deshalb wählen Sie hier [WMI Monitor].

Zwei sinnvolle Varianten den Speicherplatz zu überwachen bieten sich an. Einmal das Überprüfen ob der freie Speicherplatz größer ist als ein fester Wert (in GB), oder Prozentual (z.B. unter 10% freier Speicher).

Hier im Beispiel geben Sie dem Monitor am besten einen aussagekräftigen Namen. D.h. der Alarm soll ausgelöst werden wenn der freie Speicherplatz auf C: unter 2GB sinkt.

 

Hinweis: Es macht Sinn im Namen des Monitors den Laufwerksbuchstaben mit anzugeben, da man diesen Monitor auf jeden anderen Server anwenden kann wenn der Laufwerksbuchstabe dort vorhanden ist! So muss man z.B. nur einen Monitor für Laufwerk C: erstellen.
 
 
 
 

 

Anschließend klicken Sie auf das […]-Feld bei „Performance counter“ und es öffnet sich das nächste Fenster.
Zunächst sollten Sie einen Server im Netzwerk wählen der den gewünschten Laufwerksbuchstaben auch hat.
Als Performance Counter empfiehlt sich hier „LogicalDisk“ zu wählen da in der Regel einzelne Partitionen überwacht werden sollen.

Das erste Beispiel behandelt einen festen Wert zur Überwachung.

a)     Fester Wert in GB:

Um zu überwachen ob der freie Speicherplatz oberhalb eines Wertes bleibt, wählen Sie den Counter „Free Megabytes“ aus und als Performance Instance natürlich das gewünschte Laufwerk C. Es wird auch unten links gleich der momentane Wert eingeblendet.

Danach stellen Sie den Checktype auf „Range of Values“. Dabei stellt der „Low value“ die entscheidende Untergrenze dar. Der „High value“ ist im Prinzip hier irrelevant und kann daher auf Laufwerkmaximum gesetzt werden. Die Werte sind in MB.

Anschließend kann der Monitor auch gleich getestet werden.

a)     Prozentual

Soll der Alarm melden wenn der freie Speicherplatz unter z.B. 10% der Gesamtkapazität sinkt wählen Sie einen anderen WMI Monitor – den „% Free Space“ (ebenfalls unter LogicalDisk zu finden). Links unten im Beispiel werden noch 16,45% als frei angezeigt. Auch hier ist der entsprechende Laufwerksbuchstabe zu wählen.

Jetzt müssen die „Active Monitor“ noch auf die gewünschten Server angewendet werden. Hierzu klicken Sie lediglich den Server (Device) doppelt an. Ist der Server noch nicht im WhatsUp eingebunden, fügen Sie ihn erst mal hinzu. Dazu ein Rechtsklick in den Frame und klicken Sie „New Device“. Der folgende Assistent ist eigentlich selbsterklärend. Hier muss der DNS Name des Servers oder die IP eingegeben werden.

Ist der Server eingepflegt, gelangen Sie über einen Doppelklick auf das Gerät in das Eigenschaften-Menü und sie können die gerade erstellten Überwachungsmethoden unter „Active Monitors“ hinzufügen. Dazu einfach auf „Add“ klicken und die entsprechenden „Active Monitors“ auswählen.

Sind die Überwachungspunkte hinzugefügt wird ab jetzt in der WhatsUp Konsole ein Fehler angezeigt wenn einer der Monitorpunkte ausgelöst wird. Erst wird der Status auf gelb und nach 2 min auf Status rot gesetzt.

Damit allerdings der Monitor die Berechtigung hat die WMI Schnittstelle abzufragen, muss noch unter „Credentials“ ein Benutzer für Windows ausgewählt werden, der auf dem jeweiligen Server lokale Adminrechte hat. Es empfiehlt sich im AD einen eigenen whatsup –Benutzer zu erstellen und diesen als lokalen Admin auf Servern zu berechtigen.

Dazu erstellen Sie zuerst den Benutzer im Active Directory. Dann erstellen Sie im WhatsUp die Windows Credentials indem Sie auf „Configure“ und dann „Credentials“ klicken.

Sie erstellen neue Credentials und vergibeben einen beliebigen Objektnamen (z.B. WhatsUp). Dann tragen Sie den zuvor erstellten Benutzer mit Passwort ein.

Die Credentials müssen auf jedem Gerät eingestellt werden. Dazu im Menüpunkt Credentials das Objekt einfügen. Alternativ kann das auch für mehrere Geräte gleichzeitig gesetzt werden (siehe weiter unten).

Um den Benutzer gleichzeitig für mehrere Geräte im WhatsUp zu hinterlegen und nicht jedes einzelne Gerät aufrufen zu müssen, können Sie auch folgendes tun:

Markieren aller Geräte -> Rechtsklick -> Bulk Field Change -> Credentials…

Anschließend den Benutzer auswählen. Hier im Beispiel heißt der Benutzer WhatsUp.

Wenn Sie möchten können Sie sich auch eine Email schicken lassen wenn der Monitor auf „down“ geht. Hierzu müssen Sie zunächst eine „Action Policy“ erstellen (zu finden unter dem Menüpunkt Configure) und diese können Sie dann in den Geräteeigenschaften unter Actions auswählen und aktiveren. Wie das genau geht werde ich evtl. ein andermal erklären.